Tim Bengel

„Kunst sollte nicht alle Antworten liefern, sondern die Fragen stellen.“

Tim Bengel wurde am 31. Dezember 1991 in der Stadt Ostfildern bei Stuttgart geboren. Schon früh begriff der junge Künstler, dass Kunst nicht durch Imitieren, sondern durch das Kombinieren und das Schaffen von Neuem entsteht. Seinem Interesse treu geblieben, gewann Tim Bengel als Teenager seinen ersten Kunstwettbewerb an seinem damaligen Gymnasium. Das Siegerbild war eine großformatige Collage aus Geldmünzen. Durch die stetige Weiterentwicklung dieser Collagen-Technik hat der junge Stuttgarter seine Idee verwirklicht und einen neuen Stil entwickelt. Das New Yorker Kunstmagazin Artnet nennt Bengel bei der Ausstellungseröffnung in der Hoerle-Guggenheim Galerie in New York einfach „WUNDERKIND“. Ob Sand, Gold oder andere Materialien. Bengels Intention hinter den Werken ist durch ungewöhnliche Kombinationen und Techniken etwas Einzigartiges zu erschaffen. Heute gilt er mit einer medialen Reichweite von über 400 Millionen Menschen als bekanntester Deutscher Künstler seiner Generation.

Wir wollten einen tieferen Einblick über Quellen der Inspiration und Arbeitsweise erhalten und haben dazu einige Fragen formuliert:

10PAusbildung
28PArbeit
29PAussagekraft
Scoring67/90

Wie hast du dein Genre gefunden?

Ich wollte Dinge schon immer anders machen, anders als die Anderen. Und zwar wollte ich nicht mit Öl malen, sondern mir was Neues suchen. Es war kein Zufall, dass ich bei Sand und Gold gelandet bin. Dabei bin ich systematisch vorgegangen, habe einiges ausprobiert und bin nach fünf bis sechs Jahren bei meinen beiden Materialien gelandet.

Welche Techniken bevorzugst du und wie gehst du vor?

Meine Arbeiten basieren auf der Collagentechnik. Das heißt, ich nehme als Untergrund eine Alu-Dibond Platte und bestreiche diese mit Industriekleber. Während der trocknet habe ich Zeit, den Sand und das Gold präzise aufzutragen. Meistens starte ich mit dem Gold und mache dann weiter mit dem schwarzen Sand, was aber von Bild zu Bild variieren kann. Der spezielle Kleber lässt mir die Freiheit, dass ich über einen längeren Zeitraum arbeiten kann.

Aber erst nach dem Herunterkippen kann ich feststellen, ob ich wirklich mit meinem Werk zufrieden bin und das finale Ergebnis zeigt sich auch erst nach dem Lackieren.

Die Fertigstellung eines Bildes ist immer ein ganz besonderer Moment. Ich genieße es auch immer, dass dann keiner dabei ist und ich den Moment nur für mich habe.

Wo arbeitest du?

Wenn ich arbeite brauche ich absolute Ruhe. Ich bin ganz froh, dass ich hier auf dem Dorf wohne und mich niemand stören kann. Für mich ist die Arbeit vergleichbar mit Meditation, deswegen versuche ich, den ganzen Tag keine Termine zu haben. Die Arbeit an einem Bild lässt nicht zu, dass ich mal zwischen Tür und Angel kurz anhalte und später weiterarbeite. Idealerweise widme ich mich den ganzen Tag oder die ganze Woche dem Schaffen.

Was für eine Bedeutung hat Sand für dich?

Mein Bezug zu Sand hat sich seit der Anfangszeit nicht wirklich verändert. Da herrscht ein eher neutrales Verhältnis, denn für mich ist er ein Mittel zum Zweck, zum Erschaffen von ästhetischen Arbeiten.

Auch wenn es viele annehmen: es ist nicht so, dass ich als Kind besonders gerne im Sandkasten gespielt habe. Wie erwähnt habe ich davor auch schon mit vielen anderen Materialien gearbeitet und Collagen erstellt. Mit dem Sand und Gold ist schlussendlich mein Durchbruch gekommen.

Möchtest du etwas mit deiner Kunst aussagen?

In meinen Bildern sind keine politischen Botschaften enthalten. Ich möchte nicht, dass der Betrachter, wenn er meine Bilder anschaut, das Gefühl hat: ‚Der will mich als Betrachter in die rechte oder linke Ecke führen, zum Veganer oder zum Fleischesser machen.‘ Der Betrachter soll vollkommen frei sein.

Auch möchte ich keine Aussagen machen. Betrachter sollen das fertige Bild wertschätzen und nicht nur das Spektakel drum herum. Deswegen versuche ich, den Fokus der Menschen auf das fertige Bild zu lenken und die Show etwas kleiner werden zu lassen. Ich versuche auch, mich selbst etwas rarer zu machen, nicht jeder soll eine Enthüllung bekommen. Ich glaube es ist ganz gut, wenn sich ein Künstler in bisschen rar macht und sich nicht vollkommen der Öffentlichkeit ausliefert.

Welche Ziele hast du?

Das Wichtige, wenn man an die Zukunft denkt ist, dass man sich selbst immer treu bleibt und immer das macht, worauf man Lust hat und wo es einen wirklich hinzieht. Die Zukunft mag sein wie sie möchte, man muss immer ready sein.

Vor Jahren haben Leute zu sagen gepflegt (und einige sagen das immer noch): `Der hat doch bloß einen Hype´ oder dann `Wenn der sich über mehrere Jahre zieht, dann glaube ich schon, dass etwas Substanz da ist´.

Gibt es Farben und Formen, die du bevorzugst?

Zu Beginn waren meine Arbeiten ausschließlich schwarz-weiß und nur aus Sand. Mir fehlte da jedoch so das ‚Gewisse Etwas‘. Mir war wichtig, meine Arbeiten zeitlos zu halten. So kamen Farben für mich nicht in Frage, sondern es musste etwas Metallisches sein. Gold ist für mich ein zeitloses Element, genauso wie Schwarz und Weiß. Zusammen harmoniert das einfach perfekt und ergibt dann eine ganz einzigartige Ästhetik.

Mit welchen Materialien arbeitest du und warum?

Collagen basieren auf Klebstoff und so auch meine Arbeiten. Man kann verschiedene Dinge bei Collagen verwenden, da ist man total frei. Ich habe mich jetzt eben für Gold und Sand entschieden.

Gibt es etwas oder jemanden, der dich beeinflusst?

Ich lasse die Motive frei auf mich zukommen und entscheide aus dem Bauch heraus, ob ich das mache oder nicht.

Was ist dir bei der Kunst wichtig?

Das ist das Geheimnis. Ich finde, Kunst sollte nicht direkt alle Antworten liefern, sondern die Fragen stellen. Ich finde es gut, wenn die Bilder auch etwas Mysteriöses haben und der Betrachter sich wirklich fragen muss: wie macht er das im Detail? Das macht Kunst für mich aus.

Was für eine Bedeutung hat Social Media für dich?

Um Instagram kommt man jedenfalls heute nicht mehr herum, der ganze Kunstmarkt entwickelt sich da momentan weiter. Meiner Ansicht nach ist Social Media super wichtig. Es reicht einfach nicht mehr, einfach ein Bild auszustellen. Die Leute wollen wissen: was verbirgt sich hinter dem Künstler? Wie macht er seine Arbeiten? Die Leute wollen mehr als einfach nur das Bild. Das kann man über Social Media gut kommunizieren, ich habe das ganz gut ausgespielt und deswegen ging es bei mir so schnell nach oben.

Wie es weiter geht ist jedoch schwer einzuschätzen. Vielleicht kommt eine neue App und die revolutioniert nochmals das Game. Mit Sicherheit können wir erwarten, dass alles digital wird.

Was möchtest du in fünf Jahren erreichen?

Ich finde es sehr schwierig für die Zukunft zu planen. Alles ändert sich so schnell. In einem Jahr kann sich so viel Neues ergeben, so viele Chancen. Meiner Erfahrung nach kann ein Anruf mein ganzes Leben verändern. Das bedeutet für mich, dass ich nicht fünf Jahre im Voraus plane.

Ich glaube die größte Herausforderung für Künstler heutzutage ist, unter Druck neuen Content liefern zu müssen, sich dabei noch selbst treu zu bleiben und sich aber trotzdem ein Jahr Zeit zu nehmen, um an einer neuen Technik zu feilen. Das ist glaube ich eine riesen Herausforderung.


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