Petra Ehrnsperger

„Es ist dieses innere Müssen – Dinge, die mich bewegen in eine künstlerische Form zu bringen“

Arbeitet in Mainz und lebt in Eltville/Rheingau. Ihr Atelier inmitten einer Künstler- und Kreativen-Oase in Mainz-Finthen schenkt Petra den Raum für Ihren unermüdlichen Schaffensdrang. Ihre Arbeiten leben mit als auch durch die Texte und Kontexte, die sie inspirieren. Gedichte, Geschichten und andere Lyrik inspirieren sie immer wieder zu besonderen Kompositionen. Ihr Schaffen teilt sie gerne in Form von Malereikursen, in denen jeder von ihrem Potenzial lernen kann.

Wir wollten mehr über die inspirierende Künstlerin wissen und haben sie besucht:

29PAusbildung
20PArbeit
18PAussagekraft
Scoring67/90

Was hast du gemacht bevor Du Künstlerin wurdest?

Ich habe Grafikdesign studiert und habe dann, schon während des Studiums, die Kunst entdeckt. Meinen Schwerpunkt habe ich auf die Malerei, Zeichnung und Schrift gelegt. Nach dem Studium habe ich zunächst noch als selbstständige Designerin gearbeitet und Kunst nur nebenbei gemacht.

Wann hast Du angefangen Künstlerin zu sein?

Das ist eigentlich eher entstanden – es ist ja nicht so, dass man morgens aufwacht und sagt ‚Hurra, ich bin Künstlerin!’. Das war ein ein längerer Weg. Ich habe erstmal als Designerin gearbeitet, ich war selbstständig und musste Geld verdienen, es ging ja um die Existenz. Es hat sich aber so entwickelt, dass ich in jeder freien Minute Kunst gemacht habe. Das war der Weg: weg von der Auftragsarbeit zur freien, künstlerischen Arbeit. Irgendwann, so ’93 ungefähr, war mir dann so langsam klar: Ich bin eigentlich Künstlerin.

Wer und was inspiriert Dich?

Mich inspiriert viel, ich gehe mit offenen Augen durchs Leben und bin sehr neugierig. Gerade auch andere Kunstformen, natürlich andere Künstler. Wenn ich eine gute Ausstellung sehe, dann passiert was, dann berührt mich was. Dann inspirieren mich natürlich auch Musik und Literatur. Ich arbeite sehr viel, mit Texten, mit Gedichten und wenn ich spannende Lyrik lese, dann tut sich bei mir sofort eine Bilderwelt auf. Das geht bei mir alles ineinander.

Mit welchen Materialien arbeitest Du und warum?

Ich habe von Anfang an mit Acrylfarbe gearbeitet. Öl ist überhaupt nicht meine Welt. Ich mag Acryl, weil es meiner Malweise sehr entgegenkommt. Es ist eine sehr schnelle Technik, ich arbeite viel mit Gestik, mit Linie, das braucht ein schnelles Medium. Acrylfarbe hat einfach diese Eigenschaft, sie trocknet relativ schnell. Das kommt mir sehr entgegen. Ich drucke jetzt auch ziemlich viel, da kommt dann die Ölfarbe ins Spiel. Aber eben nur als Zusatz über einem Untergrund aus Acryl.

Welches sind Deine liebsten Techniken?

Ich definiere mich ganz klar als Malerin, komme aber sehr stark von der Zeichnung und von der Linie her. Sie ist schon das zentrale Element. Ich bin eher linear, eher gestisch, als eine Farbmalerin. Farbe ist bei mir ein bisschen untergeordnet und eher reduziert. Aber was mir wichtig ist, ist die Verbindung von verschiedenen Techniken. Ich verbinde Drucktechniken, Malerei, Farbflächen und Linie zu einer Einheit, wobei die Linie aber immer im Vordergrund steht.

Wo arbeitest Du?

Ich arbeite in Mainz-Finthen auf dem Layenhof. Das ist ein sehr spezielles Gelände, weil es noch sehr unbekannt und etwas abgelegen ist. Es ist ein Gelände mit einer Aura – es hat hier eine ganz spezielle, schöne Energie, einen morbiden Charme. Wir haben hier einen kleinen privaten Flugplatz und noch viele alte Gebäude. Das ist auch etwas, was mich sehr inspiriert.

Wie und woran arbeitest Du?

Ich habe gerade eine neue Serie angefangen, die nennt sich „Zwischenraum“. Da möchte ich nochmal den Fokus auf diese universellen Themen wie Zeit, Vergänglichkeit, dieses Diffuse was nicht greifbar ist, legen. Diese Zwischentöne, zwischen Schwarz und Weiß. Die Dinge, die passieren auf der Welt, die man nicht sofort irgendwo einordnen kann. Dieses Geheimnisvolle. Um diesen Themenkomplex kreise ich eigentlich in meiner Kunst.

Was möchtest Du mir Deiner Kunst aussagen?

Mir geht es um die universellen Themen der Menschheit. Die Urthemen: Ängste, Trennungen, Wünsche, Hoffnungen. Um diese Gefühls- und Themenwelt dreht sich eigentlich meine Kunst. Es sind Dinge, die mir selber passieren, die ich kenne, die ich aber auch bei anderen Menschen in meinem Umfeld sehe. Diese zentralen Dinge versuche ich zu übersetzen und sie in eine künstlerische Form zu bringen. Es geht aber auch viel um zwischenmenschliche Themen „Was bewegt Menschen? Wie gehen Menschen miteinander um?“. Themen wie Ehrlichkeit, Offenheit, Gespräche, die stattfinden. In meiner letzten Serie „Wege“ habe ich auch das große Thema Lebenswege verarbeitet.

Was für Ziele hast Du?

In meiner Kunst geht’s mir auch immer um eine Weiterentwicklung. Ich mache nicht immer dasselbe. Mir ist wichtig neue Themen zu finden, neue Techniken weiter auszubauen. Wie zum Beispiel das Drucken - das ist noch lange nicht ausgereizt. Da ist sicher noch viel möglich und da würde ich gerne weiter neugierig bleiben und noch weitere Themen erfinden.

Was möchtest du in 5 Jahren erreichen?

In 5 Jahren würde ich gerne noch auf dem Kunstmarkt bekannter sein. Ich wäre gerne wieder auf einer schönen Kunstmesse präsent, wie zum Beispiel der „Art Karlsruhe“. Oder auch auf einer anderen Messe. Ich würde mich noch über eine weitere Galerievertretung freuen, die mich noch mehr fördert und weiterbringt.


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